2006 - Traumsatelliten

Mixed Media, Leuchtkasten, schwarze Abdeckfolie, 3 Vergrösserungsgläser, bearbeitetes 35 mm-Filmmaterial

Die Arbeit «Traumsatelliten» zeigt eine Erinnerung an Traumbilder. Die ausgewählten und unter Lupen präsentierten Frames eines 35mm Filmes fungieren als Bruchstücke/ Satelliten eines Traumes. Der Betrachter wird eingeladen in diese einzutauchen und sie zu enträtseln, der Rest des Filmes bleibt verdeckt, unsichtbar und nur in seiner physischen Präsenz erfahrbar.

Die Arbeit «Traumsatelliten» beinhaltet eine Auseinandersetzung mit der Erinnerung an Traumbilder nach dem Erwachen. Die Arbeit wurde in Zusammenarbeit mit der Klinik für Schlafmedizin in Luzern entwickelt. Die im Schlaflabor vermittelte Theorie, dass Träume aus einer Überlagerung von «inneren» und «äusseren» Bildern bestehen wurde in die Arbeit aufgenommen: Der 35 mm Found-Footage-Film verkörpert die «äusseren» Bilder wie z.B. Tageseindrücke. Die Eingriffe in den Filmträger wie Ritzen, Tip-Ex oder Leimspuren, Bearbeitung mit Ölfarben etc werden als die «inneren» Bildern definiert. Die Bildschichten überlagern sich.

Eine weitere Theorie aus dem Schlaflabor: Menschen können sich nur an Träume erinnern, wenn sie direkt aus einer REM-Phase oft durch zufällige Faktoren geweckt werden. Sie erinnern sich an ihre letzten, vereinzelten Traumsequenzen. Die drei anhand eines Zufallprinzipes ausgewählten Frames eines 35mm Found- Footage- Filmes sollen in der Arbeit als die «Satelliten» eines Traumes fungieren. Der Betrachter wird eingeladen in die drei individuellen Traumbilder einzutauchen und diese zu enträtseln, der Rest des Filmplotes, der eine Metapher für den inneren, unsichtbaren «Film» bildet, bleibt unsichtbar.

Verzerrung, Unschärfe, Bildbeweglichkeit, unsichtbare und unerreichbare Bildräume, Intimität, das Eintauchen in private Bildräume und Individualität wurden zentrale Kriterien bei der Beobachtung der eigenen Träume. Diese Kriterien wurden durch die Verwendung von Lupen in der Arbeit unterstrichen.

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